Gemeinsam die Jahreszeiten erleben

Feste sind wichtige Höhepunkte im Jahresverlauf, durch deren rhythmische Wiederholung das Jahr für die Kinder erlebbar wird. Die Kinder verinnerlichen durch diese Höhepunkte unbewusst, aber prägend die Jahreszeiten und deren Stimmungen.

 

Die Feste werden in unserem Kindergarten einfach, aber sinngemäß gefeiert und die Kinder in die Vorbereitungen mit eingebunden. Lieder, Sprüche, Reigen und Märchen bereiten die Kinder innerlich auf das bevorstehende Fest und dessen Bedeutung vor. Eine große Wertschätzung kommt aber auch der liebevollen Gestaltung der Räumlichkeiten zu, die den Charakter und die Stimmung des Festes und der Jahreszeit unterstreicht. So soll der Mensch in seinem Ganzen - also mit Körper, Geist und Seele – angesprochen werden. 

Herbst

Unser Kindergartenjahr beginnt im Spätsommer, wenn die Früchte auf den Äckern und in den Gärten reifen, der Bauer das Getreide erntet und die Natur erfüllt ist von einer satten Farbigkeit und reichen Vielfalt. In unserem Garten hinter der Scheune ernten die Kinder Trauben, Kirschen und Äpfel, später werden mit den ersten klammen Fingern Nüsse gesammelt, Marmelade für das Frühstück gekocht und bunte Herbststräuße für den Gruppenraum gebunden. In Texten und Liedern spiegeln sich die Tätigkeiten der Ernte, des Getreide­dreschens und –mahlens, aber auch der Herbststürme und des Schwinden des Lichtes wider. Im Reigen wiegen sich die Kinder sanft im Wind, der die Früchte von den Bäumen schüttelt, und schwingen kraftvoll die Dreschflegel.

 

Zu dieser Zeit, wenn sich die Kinder nach den Sommer­ferien wieder im Kindergarten eingelebt haben, feiern wir das Erntedankfest. Die Kinder bringen in den Tagen vor dem Fest ein schön geschmücktes Ernte­dankkörbchen mit möglichst selbst geernteten Gemüsen, Früchten, Nüssen und Herbstblumen mit in den Kindergarten. Der bunte und reich gedeckte Gabentisch ist ein wahrer Augenschmaus und jedes Körbchen wird von den Kindern ausgiebig bestaunt. Am Festtag selbst wird mit den mitgebrachten Schätzen ein festlicher Erntedanktisch gedeckt und das Frühstück daraus zubereitet. Aus dem geernteten Gemüse wird im Garten eine Suppe für das gemeinsame Mittagessen gekocht. Die Kinder können an diesem Fest umfassend die Dankbarkeit über die Gaben der Natur erfahren. 

 

Etwa zeitgleich, Ende September, wird das Michaeli-Fest gefeiert. Der Erzengel Michael, der gegen einen Drachen kämpfte und siegte, verkörpert Mut und innere Seelenstärke. Märchenbilder, die beispielsweise von den Prüfungen eines Königs­sohnes erzählen, oder auch das Schnitzen von Michaeli-Schwertern lassen die Kinder die Michaeli-Zeit erfahren. Mit leuchtenden Augen werden Ritterkämpfe ausgefochten und den Geschichten über Drachen gelauscht. Auch darf jedes Kind einen Stein mitbringen und ihn vorsichtig in die Michaeli-Waage legen, die den Kampf des Guten gegen das Böse versinnbildlicht.

 

Wenn die Tage kürzer werden und die Dunkelheit immer mehr zunimmt, werden im Kindergarten Laternen aus geölten Aquarellbildern gebastelt. Das Kerzenlicht schimmert durch die warmen, ineinander übergehenden Farben und erhellt den Gruppenraum. Mit den Laternen wird das schwindende Licht eingefangen, um es in den Winter hinein zu tragen. Zu Sankt Martin begehen wir ein Laternenfest, das im letzten Dämmerlicht mit einem Puppenspiel beginnt. Danach geht es feierlich in der Dunkelheit in einer langen Reihe mit den leuchtenden Laternen zum Martinsfeuer. Überall hört man ein Wispern und aufgeregtes Flüstern. Am Feuer, wenn sich wieder alle versammelt haben, wird gesungen und die Kinder teilen – in Gedenken an den heiligen Martin - mit ihren Familien die selbst gebackenen Martinsgans-Plätzchen.

Winter 

Nun geht es auf die Adventszeit zu. Die Seele zieht sich mit abnehmendem Sonnenlicht stärker auf sich selbst zurück. Diesen Weg nach innen erleben die Kinder im Adventsgärtlein. Zu diesem ruhigen und besinnlichen Beginn der Adventszeit am Abend des ersten Adventssonntags wird im Kindergarten aus Tannengrün ein Spirale ausgelegt, in deren Inneren eine große Kerze leuchtet. Die Kinder – festlich gekleidet und mit leuchtenden Wangen - machen sich mit ihren Apfellichtern (einer Bienenwachskerze in einem schönen roten Apfel) auf den Weg, ihr inneres Licht zu finden und entzünden ihre Kerze an dem Licht in der Spiralenmitte. Die getragene, ruhige Stimmung überträgt sich auf die Kinder, die – ganz erfüllt von dem Erlebten – danach ihre Apfellichter mit nach Hause nehmen.

 

Zur Weihnachtszeit wird im Kindergarten eine Krippe aufgebaut. Die Kinder begleiten Maria und Josef auf ihrem langen und mühevollen Weg nach Bethlehem, da die Figuren jeden Tag der Krippe langsam ein Stück näher kommen. Kerzenlicht erhellt den Gruppenraum, Advents­lieder werden gesungen, der Duft nach frisch gebackenen Plätzchen und selbstgezogenen Bienenwachskerzen durchzieht den Gruppen­raum. Die Kinder erleben die Weihnachts­geschichte im täglichen Krippenspiel mit und nehmen den Advent als Zeit der Erwartung und Besinnung innerlich auf. 

 

Als Vorbote des Christkindes kommt am 6. Dezember der heilige Nikolaus, Sinnbild für Liebe, Güte und Opferbereitschaft. Bei uns im Kindergarten wird am Tag zuvor alles eifrig für den Nikolaus vorbereitet. Die Kinder bereiten ihm einen gemütlichen Platz zum Ausruhen, stellen Plätzchen und etwas zu trinken bereit. Der heilige Nikolaus kommt über Nacht, erlabt sich an den bereitgestellten Leckereien und lässt für jedes Kind ein Säckchen mit Nüssen und Plätzchen zurück. Am nächsten Morgen folgen die Kinder mit staunenden Augen und voller Erwartung seiner glitzernden Spur durchs Haus.

 

Nach Neujahr, wenn der Kindergarten seine Pforten wieder geöffnet hat, wandern dann die drei Könige jeden Tag ein Stück näher zur Krippe. Durch das Drei-Königs-Spiel erleben auch hier die Kinder diese Zeit intensiv.

 

Mit dem Schwinden des Winters wird seit jeher Fasching gefeiert, um die Natur wieder zum Leben zu erwecken und die Wintergeister zu vertreiben. Das Faschings­thema in unserem Kindergarten wird jährlich passend zu den aktuellen Interessen unserer Kinder ausgesucht. Ob Zirkus oder Ritterfest auf Burg Lachenstein, schon Tage vorher wird gebastelt und geschmückt und am Fasnachtsdienstag feiern die Kinder in ihren einfallsreichen Verkleidungen ein buntes und fröhliches Fest.

Frühling 

Wenn die Tage heller werden und die ersten Frühlingsboten erblühen, bereiten wir mit den Kindern das Osterfest vor. Jedes Kind bringt eine Tonschale mit, in die vorsichtig Erde gefüllt und dann mit einem Sprüchlein Weizen aus­gesät wird. Durch die Aussaat der Körner und die anschließende tägliche, sorgsame Pflege des Ostergrases erleben die Kinder eine Verdeutlichung des Sinnbildes für Tod und Auferstehung. Auch Ostereier, die ebenfalls ein Symbol für neues Leben sind, werden in der Zeit vor Ostern bemalt und dürfen  - zusammen mit dem Ostergras - zum Fest mit nach Hause genommen werden. Frühlingsstimmung erfasst den Kindergarten. Im Hof erblüht eine Fülle an gelben Osterglocken, die Kinder malen eifrig Blumen, Schmetterlinge, Hasen und Ostereier. Sogar der Osterhase kommt am Waldtag vor Ostern in den Wald und hat für jedes Kind eine kleine Gabe. 

 

Im Frühsommer zeigt sich die große Ent­faltungskraft der Natur. Immer mehr Licht, eine bunte Blütenfülle, summende Insekten, fröhlich flatternde Schmetterlinge und zwitschernde Vögel beleben unseren Garten, in dem die Kinder ausgelassen spielen. 

An Pfingsten senkte sich der heilige Geist auf die zweifelnden Jünger herab und erfüllte sie mit neuem Mut – oftmals symbolisiert durch eine weiße Taube. Die Kinder bekommen daher vor den Pfingstferien bei einer kleinen Feier ein weißes Wollvögelchen mit auf den Weg. 

Sommer 

Vor den Sommerferien findet unser Sommerfest statt. Die Verabschiedung der zukünftigen Schulkinder – unserer Königskinder - spielt dabei eine wesentliche Rolle. Mit einer kleinen, bewegen­den Feier werden sie ihrem neuen Lebensabschnitt übergeben. Im Anschluss findet ein fröhliches Fest mit Sommertänzen und –liedern im Garten statt: Die Kinder, mit Blumenkränze und Krönchen ge­schmückt, genießen diesen Abschluss ihres Kinder­garten­jahres und freuen sich auf die Sommer­ferien mit ihren Familien. 

 

 



 

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